Artikel "KÖLNSPORT" 10/2006

Portrait

Ein langer Weg

KÖLNSPORT stellt in loser Folge bekannte und weniger bekannte Kölner Künstler vor. Diesmal: Sängerin Elke Abts
von Esther Dollmann


Im Zeichen des Steinbocks geboren, zog es die Bergheimerin Elke Abts schon im Kindergartenalter auf die Bühne, wo sie in einer kleinen Aufführung das "Schneewittchen" verkörperte. Fortan sammelte sie seit 1977 weitere Bühnenerfahrungen in zahlreichen Sitzungen im Kinderkarneval. Doch trotz Büttenreden und Gesangsauftritten war es für die am 5. Januar 1962 geborene Sängerin 1977 erst einmal an der Zeit, dem Wunsch ihrer Eltern folgend, einen "richtigen" Beruf zu erlernen, und so begab sich das Gesangstalent in die Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Das eigentliche Ziel, ihren Lebensunterhalt mit der Musik zu bestreiten, verlor sie jedoch nie aus den Augen.
Die nächste Chance bot sich Elke Abts 1978, als in Köln ein Casting für die Mädchenband Teddygirls veranstaltet wurde. Doch obgleich sie es gemeinsam mit drei weiteren kölschen Mädels in die Band schaffte, wollte sich mit den Popsongs im Stil der 1950er Jahre leider nicht der gewünschte Erfolg einstellen. Davon ließ sich die ehrgeizige Sängerin jedoch nicht entmutigen, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen konnte, dass die nächste Möglichkeit auf der Bühne zu stehen, in nicht allzu ferner Zukunft lag.
So kam es 1979 für die damals 17-Jährige völlig überraschend, als sie nach einem kleinen Auftritt im Tanzbrunnen von der kölschen Legende Trude Herr angesprochen wurde, ob sie nicht Lust hätte in ihrem Stück "Drei Glas Kölsch" mitzuwirken.Ihr damaliger Lehrherr zeigte viel Verständnis und räumte dem Nachwuchstalent genug Zeit ein, um das verlockende Angebot Herrs wahrzunehmen.
Nach ihrer abgeschlossenen Lehre entschloss sich Elke Abts, vorläufig bei ihren Eltern in der Gastronomie zu arbeiten, dem Berufsfeld, das ihr neben dem Gesang am meisten zusagte.
1984 bot sich dem kölschen Mädel die Gelegenheit, in die USA zu gehen, um dort im "Bavarian Haus" in Palm Beach County zu arbeiten. Dem Fernweh folgend, ergriff sie die Chance und arbeitete zehn Jahre in den Staaten, bis sie 1994 die Liebe und das Heimweh zurück nach Köln führten. Ihre wahre Leidenschaft, das Singen, hatte Abts aber auch während der Zeit in den Staaten nie vergessen.
Zurück in Köln musste die Künstlerin sich dennoch zunächst mit kleineren Auftritten begnügen, auf denen sie Schlager, Pop und Evergreens zum Besten gab. Da sich Talent durchsetzt, blieb dies natürlich nicht lange so: Seit einiger Zeit tritt die Künstlerin jährlich im Innenhof des Paffendorfer Schlosses auf, wo sie eine ständig wachsende Fangemeinde begeistern kann.
Ihre erste CD "1000 mal verliebt" aus dem Jahr 2003 sang sie noch auf Hochdeutsch, inzwischen folgt sie jedoch ihren kölschen Wurzeln: Mitte Oktober stellte die Sängerin im Senats Hotel in Köln ihre erste kölsche CD vor. Mit "Rude Schnüss", so der Titel ihres "kölschen Erstlings", erfüllte sich Abts einen lange gehegten Wunsch. Die CD ist exklusiv bei Saturn erhältlich. Insgesamt vier Titel auf "Rude Schnüss" laden zum Schunkeln und Mitsingen ein, und so kann sich der Zuhörer schon einmal bestens auf die nächste Session einstimmen. Doch bei all den kölschen Tönen müssen die Fans der Kölnerin nicht auf die anderen Hits aus ihrem Repertoire verzichten: Auf der Bühne will sie auch künftig englische Songs vortragen.
Wer sich lieber live von Elke Abts' Talent überzeugen möchte, sollte Silvester in der Gaststätte "Em Hähnche" (Christophstraße/Altstadt-Nord) verbringen, wo sie zum Jahreswechsel auftreten wird. An gewöhnlichen Tagen und wenn sie nicht gerade ihre musikalische Karriere verfolgt, steht Elke Abts übrigens in diesem kölschen Brauhaus hinter dem Tresen.


Startet jetzt mit der ersten kölschen Platte durch: Sängerin Elke Abts


DISKOGRAFIE

1979: "Come back to me"
(mit den Teddygirls)

2003: "1000 mal verliebt"

2006: "Rude Schnüss"